Europäischer Forschungsraum

 

Europa gilt schon seit jeher als Zentrum für die Spitzenforschung. Die Forscherteams aus den verschiedenen Instituten und Forschungseinrichtungen stehen an Wissenschaft und Technik immer mit an der Spitze. Die Forschungszentren sind aber überall verstreut und untereinander nicht miteinander vernetzt, was dazu führt, dass das Leistungspotential nicht völlig ausgeschöpft werden kann. Mit Hilfe des Europäischen Forschungsraums soll die Forschungs- und Innovationspolitik zielgerichtet möglich sein. Es soll ein Pendant zum EU-weiten Markt für Dienstleistungen und Waren aufgebaut werden, damit Aktionen und Maßnahmen innerhalb der EU auf gemeinsamer Ebene geführt werden können.

So legte am 10. Januar 2000 der EU-Kommissar Busquin eine Mitteilung vor, in der es um die Einrichtung eines Europäischen Forschungsraums ging. Die Folge waren lange Diskussionen um den Forschungsraum „ohne Grenzen“. Wichtig ist laut der Vorlage vor allem die bessere Nutzung der vorhandenen wissenschaftlichen Ressourcen, damit Arbeitsplätze in Europa gesichert und geschaffen werden können. Außerdem soll so die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt verbessert werden und die Aktivitäten der Forscher sollen national und international besser aufeinander abgestimmt werden können. Damit soll die europäische Forschungslandschaft deutlich attraktiver werden, damit sich die besten Forscherinnen und Forscher hier wohl fühlen. Das EU-Forschungsrahmenprogramm gilt als das wichtigste Instrument für den Europäischen Forschungsraum.

Ein weiteres Ziel des Europäischen Forschungsraumes ist, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich angehoben werden. Als Richtlinie gilt, dass die Ausgaben auf drei Prozent des EU-Bruttoinlandsproduktes angehoben werden sollen. Hier steht auch die Bundesregierung von Deutschland dahinter und unterstützt dieses Vorhaben. Sie wirkt maßgeblich bei der Durchführung und bei der Gestaltung der Forschungs- und Wissenschaftspolitik auf europäischer und auf internationaler Ebene mit. Die Zusammenarbeit der einzelnen Staaten soll dabei durch die Koordinierung, genauer gesagt, durch die offene Methode der Koordinierung, erfolgen. Das heißt, die Staaten arbeiten freiwillig zusammen und tauschen ihre Erfahrungen aus. Hier kommt es auf das so genannte best practice an, den Austausch von praktischen Erfahrungen.